Wiesbadener Kurier
10.03.2015
Nachrichten Wiesbaden

Die zehn Fragen: "Schutzmann vor Ort" Christoph Müller über Trompetenkonzerte, Alltagskomik und Barack Obama

Christoph Müller ist beruflich viel mit dem Segway unterwegs. In seinem Privatleben ist er begeisterter Trompeter und lässt sich deshalb vor dieser Skulptur am Dorint-Hotel fotografieren. Foto: RMB/Heiko Kubenka WIESBADEN - In unserer Rubrik stellen wir Menschen in unserer Region die immer identischen "zehn Fragen" - und erleben, wie unterschiedlich, nachdenklich, aber auch heiter sie darauf antworten. Heute: Kriminaloberkommissar Christoph Müller, der als "Schutzmann vor Ort" vor allem auf dem Segway präsent ist.

Mit wem würden Sie sich gerne mal vernetzen?

Hinsichtlich WhatsApp und Facebook bin ich wegen der Datensicherheit zurückhaltend. Ab und zu zwitschere ich ein bisschen. Ich folge schon Sigmar Gabriel, Barack Obama und meinem Innenminister. Schön wäre es, wenn sie mir auch folgen würden. Ein paar neue Besuche auf meiner Homepage wären auch nett.

ZUR PERSON

Christoph Müller wurde 1962 in Gersfeld in der Rhön geboren und wuchs dort auf. 1983 fing er bei der Polizei an, seit 1989 lebt und arbeitet er in Wiesbaden. Er ist vielen Wiesbadenern durch seine Segway-Streiffahrten bekannt. In der Bergkirche war er einige Jahre im Kirchenvorstand. Er spielt Trompete im dortigen Bläserkreis, in der Kreuzkirche ist Müller im Posaunenchor.

Warum machen Sie, was Sie machen?

Polizist bin ich, weil meine Mutter gesagt hat: Du bewirbst Dich auch bei der Polizei. Ich hatte zu der Zeit andere Berufsvorstellungen. Schutzmann vor Ort bin ich geworden, um mit Ende 40 nochmal etwas Neues zu machen, nachdem ich lange im Ermittlungsdienst war. Trompete spiele ich, weil ich gerne übe. Das hat für mich etwas Meditatives, Fokussierendes.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Das ist schwierig. Ich glaube, dass man das Gute und Schöne im Leben und selbst das, was man erreicht hat, ohne eigenes Zutun geschenkt bekommt. Als angenehm empfinde ich, dass ich bisher nicht nur älter werde, sondern immer noch auch ein bisschen besser.

Welchen Satz sagen Sie zu oft?

Wenn ich in der Stadt unterwegs bin, werde ich einiges gefragt. Deshalb die Antwort: "20 Kilometer in der Stunde."

Was sagen Ihnen die Leute nach?

Das müssen Sie die Leute selbst fragen! Das würde mich auch interessieren.

Worüber können Sie lachen?

Über einen geistreichen Witz und Komik im Alltag, und auch über mich schmunzle ich manchmal selbst.

Wobei werden Sie schwach?

Ich bin mittlerweile in einem Alter, in dem ich meine Schwächen kennen und mit ihnen zu leben gelernt habe. Bei naturblonden Frauen muss ich auf mich aufpassen.

Wann war das letzte Mal, dass Sie etwas Neues gelernt haben? Und was?

Ich gehe von Zeit zu Zeit zu meinem Trompetenlehrer ins Staatstheater und nehme Unterricht. Danach ist es häufig so, als müsste ich mit dem Trompeteblasen von ganz vorne anfangen. Es passiert mir immer noch, dass es Situationen gibt, wo ich denke, "man wird alt wie íne Kuh und lernt doch immer noch dazu."

Und worauf freuen Sie sich besonders in der nächsten Zeit?

Für den Neroman im April habe ich mich angemeldet. Ich hoffe, dass ich finishen werde. Mal schauen, wie ich mich beim Zieldurchlauf fühle. Gerne würde ich einmal in der Brass-Section einer Rockband ein paar Live-Konzerte machen und ein Jahr auf Welt-Tournee gehen. Mein Lebenstraum wäre, so gut Trompete spielen zu können wie Maurice André oder Wynton Marsalis.

Drei Dinge, die man in der Region getan und erlebt haben muss:

Ich meine, man sollte mit der Nerobergbahn auf den Neroberg gefahren sein und von der Terrasse des Opelbads bei gutem Wetter einmal die schönen Ausblicke genossen haben. Ein Besuch bei der Gala-Kappen-Sitzung der Kolpingfamilie Zentral mit einer Büttenrede des Vorsitzenden ist auch was genial Gutes. Sonntagmorgens um 10 Uhr sollte man auch mal einen Gottesdienst in der Kreuzkirche oder der Bergkirche besucht haben und an Jom Kippur die Synagoge.

Die Fragen stellte Julia Anderton.

www.Christoph7.de